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UMSATZRENTABILITÄT – AUSSAGEKRAFT UND BERECHNUNG

Die Umsatzrentabilität zählt zu den zentralen Kennzahlen der Betriebswirtschaft. Sie bringt die Effizienz eines Unternehmens zum Ausdruck und erlaubt dadurch eine präzise Einschätzung von dessen wirtschaftlicher Potenz. Doch wie funktioniert die Berechnung der Umsatzrentabilität und wie lässt sich die Umsatzrentabilität steigern? In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf all diese Fragen und zeigen anschließend auf, wie Unternehmen gezielt auf diese Kennzahl einwirken können.

Umsatzrentabilität Definition

In einem ersten Schritt stellt sich die Frage, was überhaupt unter der Umsatzrentabilität zu verstehen ist. Grundsätzlich wird damit der Anteil am Umsatz bezeichnet, den ein Betrieb als Gewinn erwirtschaftet. Sie erlaubt also einen Einblick in das Verhältnis der Ausgaben eines Unternehmens zu dessen Einnahmen. Denn ein hoher Umsatz ist an sich noch keine große Leistung, wenn die Umsatzrentabilität nicht den Erwartungen entspricht. Stimmt jedoch der Umsatz und es wird ein solider Umsatzrentabilität Zielwert erreicht, so kann von einem effizienten Unternehmen die Rede sein.

Aus dieser Definition ergibt sich sogleich die Tatsache, dass eine hohe Umsatzrentabilität erstrebenswert ist. Sie bringt zum Ausdruck, dass ein Unternehmen nur einen überschaubaren Teil seiner Einnahmen wieder ausgibt, um die laufenden Kosten zu decken.

Formel Umsatzrentabilität

Wer die Umsatzrentabilität berechnen möchte, kann zu diesem Zweck auf eine einfache Formel zurückgreifen:

Umsatzrentabilität = Gewinn/Umsatz

Wer die Umsatzrentabilität aus Bilanz berechnen möchte, findet dort alle wichtigen Zahlen für die Formel. In den Zähler wird der Gewinn des Unternehmens eingetragen, also der Jahresüberschuss nach Steuern, der auch als Nettoumsatzrendite bezeichnet werden kann. Teilweise passen Unternehmen die Rechnung an und verwenden alternative Gewinngrößen, wie zum Beispiel EBT, EBIT oder EBITDA. Im Nenner der Umsatzrentabilität Formel entspricht den Umsatzerlösen, wie sie in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden. Wer sich nicht die Mühe der Berechnung der Umsatzrentabilität machen möchte, der kann alternativ auf einen Umsatzrentabilität Rechner zurückgreifen, der auch im Internet abgerufen werden kann.

Durch ein Umsatzrentabilität berechnen Beispiel lässt sich das richtige Vorgehen bei der Berechnung der Umsatzrentabilität verdeutlichen. Wer die Umsatzrentabilität in Prozent berechnen möchte, ermittelt zunächst den Umsatz des Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr. Dabei stellt sich heraus, dass ein Umsatz in Höhe von 10.000.000 Euro erzielt wurde. Der Jahresüberschuss nach Steuern beläuft sich wiederum auf 1.400.000 Euro. Die Werte werden nun folgendermaßen in die Formel eingetragen:

1.400.000/10.000.000 = 0,14

In diesem Beispiel beläuft sich die Umsatzrentabilität des Unternehmens also auf 14 Prozent. Läge der Jahresüberschuss nach Steuern nur bei mageren 400.000 Euro, würde dies eine Umsatzrentabilität von nur noch 4 Prozent bedeuten.

Umsatzrentabilität Richtwert – Welche Werte sind gut?

Was ist eine gute Umsatzrentabilität? Allgemeine Richtwerte haben nur eine begrenzte Aussagekraft. Unabhängig von der Branche ist es aus Expertensicht wichtig, dass die Kennzahl zumindest bei fünf Prozent liegt. Andererseits gibt es Unternehmen, die eine Umsatzrentabilität von 10 bis 15 Prozent erreichen. Wer die Umsatzrentabilität beurteilen möchte, muss in jedem Fall die jeweilige Branche mit einbeziehen, da sich die Gewinnmargen erheblich voneinander unterscheiden können.

Ein für die Umsatzrentabilität guter Wert in der Industrie ist zum Beispiel nicht mit der Kennzahl eines Unternehmens aus der IT-Branche zu vergleichen. Einzig der Vergleich mit den direkten Konkurrenten der Branche, die über einen ähnlichen Geschäftsbereich verfügen, ist in diesem Falle zielführend. Besonders Software- oder Pharmaunternehmen können mit einer sehr hohen Rentabilität im Bereich von 18 bis 25 Prozent auf sich aufmerksam machen. Dies hat damit zu tun, dass ihre größte unternehmerische Leistung in der Entwicklung eines hochwertigen Produkts liegt. Sehr niedrig ist diese Kennzahl hingegen bei den meisten Einzelhandelsketten. Eine Rentabilität zwischen 2 und 7 Prozent bedeutet dort keineswegs, dass ein Unternehmen schlecht wirtschaftet. Vielmehr sind die Betriebe durch einen sehr hohen Warenumsatz dazu in der Lage, auch bei niedriger Rentabilität nachhaltig zu wirtschaften. Für den Umsatzrentabilität Richtwert Branchen einzubeziehen, ist also von größter Bedeutung.

So lässt sich die Umsatzrentabilität verbessern

Doch was konkret können Unternehmen tun, um einen positiven Einfluss auf diese Kennzahl auszuüben? Dafür müssen sich Unternehmen noch einmal vor Augen führen: Was bedeutet Umsatzrentabilität? Einerseits verbirgt sich dahinter ein hoher Gewinn. Doch die Möglichkeit, Preise nach oben zu korrigieren, ist begrenzt. Wichtiger für die positive Beeinflussung der Umsatzrentabilität ist aus diesem Grund der Blick auf die laufenden Kosten.

In jedem Unternehmen gibt es eine Reihe von Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, um finanzielle Belastungen zu reduzieren. Je niedriger die Kosten ausfallen, desto höher ist die Umsatzrentabilität bei gleichbleibendem Preis. Auf diese Weise bietet sich in jedem Betrieb die Gelegenheit, einen positiven Einfluss auf diese Kennzahl zu nehmen. Der größte Posten entfällt meistens auf die Personalkosten. In Dienstleistungsbetrieben können diese bei bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten liegen, was das Ziel einer guten Umsatzrentabilität deutlich erschwert.

Wer die Richtwerte nach Branchen betrachtet und eigene Versäumnisse feststellt, kann auch durch die Senkung der Betriebskosten höhere Werte erreichen. Neu verhandelte Verträge, die eine Kostenreduktion erlauben oder das bewusste Senken der Betriebskosten sind hierfür geeignete Konzepte. Auch die Automatisierung von unternehmensinternen Prozessen ist ein valider Weg, um bei der nächsten Umsatzrentabilität Interpretation angenehme Werte zu sehen. Doch all diese Maßnahmen zur Steigerung der Umsatzrentabilität benötigen ihre Zeit und die ersehnten Ergebnisse werden sich nicht von heute auf morgen einstellen. Ein realistisches Unternehmensziel ist aus dem Grund weniger ein sprunghafter Anstieg der Kennzahl, sondern eine bewusste und kontinuierliche Anhebung über mehrere Jahre. Was sagt die Umsatzrentabilität aus in diesem Fall? Sie bringt definitiv zum Ausdruck, dass das Führungspersonal die Effizienz des Betriebs bewusst und behutsam anheben konnte.

Umsatz- vs. Kapitalrentabilität

Eine häufige Verwechslung von Umsatz- und Kapitalrentabilität sorgt immer wieder für Verwirrung. Die beiden Größen hängen nicht zwingend voneinander ab. So zieht eine niedrige Umsatzrentabilität an sich nicht zwingend eine geringe Kapitalrentabilität nach sich. Aus Sicht von Investoren kann es sich trotzdem um ein interessantes Unternehmen handeln. Denn ist der Kapitalumschlag des Betriebs auf einem hohen Niveau, so ist es trotz der niedrigen Kennzahl möglich, hohe Kapitalrenditen zu erzielen, die von einem lohnenden Investment zeugen. Aus Sicht von Investoren handelt es sich also um eine Kennzahl, die nicht isoliert betrachtet werden darf, wenn es an die Bewertung eines Unternehmens geht.